Interview
Eigenständig & verlässlich: Ein klarer Kurs fürs Burgenland
Ein Jahr Zusammenarbeit liegt hinter Ihnen. Was hat Sie persönlich am meisten überrascht – aneinander und an der gemeinsamen Arbeit?
Hans Peter Doskozil: Wir haben vor einem Jahr die richtige Entscheidung getroffen – inhaltlich wie menschlich. Unser gemeinsames Ziel ist klar: das Leben der Menschen zu verbessern, auch unter schwierigen Rahmenbedingungen. Diese Basis hat uns durch das erste Jahr getragen. In vielen Bereichen sind wir österreichweit Vorreiter. Was wir umgesetzt haben – und was wir noch vorhaben – kann sich sehen lassen.
Anja Haider-Wallner: Mich hat überrascht, wie tragfähig die Zusammenarbeit von Beginn an war. Wir teilen zentrale Werte wie soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit. Natürlich gibt es unterschiedliche politische Zugänge, aber wir diskutieren offen und respektvoll. So entstehen Lösungen, die dem Land langfristig nützen. Bewährt hat sich das auch in Ausnahmesituationen wie bei der Maul- und Klauenseuche oder beim Thema Asbest, wo wir konsequent für den Gesundheitsschutz eingetreten sind.
Herr Landeshauptmann, gab es in den vergangenen zwölf Monaten einen Moment, der Ihnen gezeigt hat: Genau dafür machen wir Politik?
Doskozil: Ja, viele. Wenn Patientinnen und Patienten in unseren Kliniken gut versorgt werden. Wenn jemand die Pflege bekommt, die er braucht. Wenn der Gratiskindergarten Familien entlastet oder der Mindestlohn ein gutes Auskommen ermöglicht. Kürzlich hat ein Oberwarter sehr positiv über die Klinik Oberwart geschrieben – da habe ich mir gedacht: Genau dafür machen wir Politik.
Welche Weichenstellungen in diesem Jahr werden die größte Wirkung auf das Burgenland langfristig haben?
Doskozil: Entscheidend sind Investitionen in Gesundheit, Pflege und Energieunabhängigkeit. Mit dem „Zukunftsplan Burgenland 2030“ haben wir eine klare Richtung vorgegeben. Während andernorts über Zentralisierung diskutiert wird, investieren wir bewusst. Neue Abteilungen wurden eröffnet, die Herzchirurgie steht vor dem Start. Unser Ziel ist die bestmögliche Versorgung vor Ort.

Frau Landeshauptmann-Stellvertreterin, welche nächsten Schritte sind aus Ihrer Sicht entscheidend, um diese Entwicklung im Burgenland weiterzuführen?
Haider-Wallner: Wichtig ist, den Weg weiterzugehen und nah am Menschen zu bleiben. Ob Bodensymposium oder Initiativen wie „Baba, Beton!“ – ich setze auf frühe Einbindung. Gute Projekte entstehen, wenn Forschung, Verwaltung und Praxis zusammenspielen. In der Ortskernbelebung, beim Bodenschutz und in der Klimastrategie liegt großes Potenzial.
Was sollen die Menschen rückblickend über diese rot-grüne Regierungsperiode sagen?
Haider-Wallner: Ich wünsche mir, dass die Burgenländer:innen sagen: „Es hat sich etwas zum Guten weiterentwickelt.“ Vielleicht sogar: „Meine Heimat ist heute noch ein Stück lebenswerter als vor fünf Jahren.“ Wenn unsere Entscheidungen wirken, dann hat sich der Einsatz gelohnt.
Welche Schwerpunkte möchten Sie in dieser Regierungsperiode noch setzen – und welche Herausforderungen erwarten Sie dabei?
Doskozil: Die größte Herausforderung bleibt die Budgetstabilität. Unser Anspruch ist klar: sparen, wo es möglich ist, und investieren, wo es notwendig ist. Mit dem Haushaltsstabilisierungsgesetz ist das Land abgesichert. Gleichzeitig bauen wir die Versorgung weiter aus: Die Herzchirurgie in Oberwart startet, die ME/CFS-Ambulanz in Bad Tatzmannsdorf geht in die Pilotphase, sechs weitere Pflegestützpunkte eröffnen im April. Es liegt noch viel Arbeit vor uns – und wir packen es an.
Danke für das Gespräch!
