Kultur
Gans & Heiliger Martin – was steckt dahinter?
Zwar ist diese Geschichte eher legendarisch als historisch belegt, aber sie hat den Brauch des Gänseessens zu Martini stark geprägt. Außerdem: Der Martinstag, der 11. November, markierte früher das Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres. Deshalb wurden oft Naturalabgaben geleistet – in manchen Fällen auch in Form von Gänsen – und festliche Braten genossen, bevor die Fastenzeit begann oder der Winter einsetzte.
Martiniloben im Burgenland
Im Burgenland hat sich rund um diesen Brauch das Martiniloben etabliert: Die Winzer öffnen ihre Kellertüren, Gäste wandern von Keller zu Keller, verkosten den jungen Wein („Heuriger“) und genießen regionale Spezialitäten – darunter oft das Martinigansl.
Besonders rund um den Neusiedler See und in Weinorten wie Podersdorf, Jois oder Gols ist das Martiniloben eine beliebte Herbsttradition. In Podersdorf etwa findet der Hiataeinzug entlang der Seestraße statt – begleitet von Weinverkostungen und regionalem Essen, darunter Martinigansl.
Events rund um Martini
Außerdem findet zum zweiten Mal das Genussfestival „Gans Burgenland“ statt, das von Anfang September bis weit in den Dezember hinein an die 30 attraktive Veranstaltungen rund um das gefiederte pannonische Wahrzeichen bietet.
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Wein & Kulinarik verschmelzen bei dieser Tradition: Während der junge Wein erst kurz reifen durfte, wird er an Martini erstmals bewertet und gefeiert – bei gemütlichem Beisammensein in den Kellerstuben.
Gans schön interessant:
- Das Burgenland war eine der größten Gänseweide-Regionen in der Donaumonarchie. Sandböden, viele Sonnenstunden und Feuchtgebiete eigneten sich gut zur Gänseaufzucht.
- Noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts war der Gänsebestand so hoch, dass die Tierhaltung ein wesentlicher Bestandteil der lokalen bäuerlichen Wirtschaft war.
- Die Burgenländische Weidegans ist heute ein Qualitätsprodukt: Einige Bauern betreiben gezielte Zucht mit artgerechter Haltung, besonders im Südburgenland.
