Interview

„Wie ein Sommer mit Kumpels“

Saturday Night Fever Hauptdarsteller Fabio Diso im „Mein Burgenland“ – Interview. 

Unser Redakteur Martin Hollweck mit Darsteller Fabian Diso
Unser Redakteur Martin Hollweck mit Darsteller Fabio Diso von Saturday Night Fever in Mörbisch

Fabio Diso spielt alterierend mit seinem burgenländischen Kollegen Paul Csitkovics den Tony  Manero in Saturday Night Fever in Mörbisch. Beide ernten begeisterte Kritiken. Geboren in Bayern und mit italienischen sowie spanischen Wurzeln aufgewachsen, bringt Diso kulturelle Vielfalt in seine Darbietungen ein.

Seine ersten Erfolge feierte er in MAMMA MIA! in Stuttgart und begeisterte in WE WILL ROCK YOU . Weitere bedeutende Auftritte folgten in BESUCH DER ALTEN DAME und in SISTER ACT . In I AM FROM AUSTRIA in Wien zeigte er seine Bandbreite und Bühnenpräsenz. Der 34-jährige lebt mit seiner Lebensgefährtin in Wien.

Für „Mein Burgenland“ nahm sich Diso Zeit und besuchte uns in der Redaktion.

Wir haben ca. Halbzeit bei Saturday night fever in Mörbisch. Wie läuft es bis jetzt? Was ist das Besondere an Mörbisch?

Diso: Es läuft supertoll. Die Menschen nehmen es dankend an. Mörbisch hat ein ganz spezielles „Open Air Feeling“ und spannende Witterungsverhältnisse. Du merkst, die Menschen lieben das. Als Darsteller ist es herausfordernd: Du hast eine 62 Meter breite Bühne, 6.200 Zuschauer, es ist die größte Musical-Open Air Bühne Europas. Das sind Dimensionen, die gibt es sonst nicht. Darauf musst du dich einstellen. Als Darsteller muss du mehr senden, mehr Energie zeigen. Es ist auch für den Regisseur nicht einfach: Man merkt, dass er das Familiäre reinbringt. Über 250 Menschen arbeiten bei der Produktion mit. Die Menschen sind herzlich miteinander, es ist wie ein Sommer mit Kumpels.

Was magst du an deiner Rolle?

Diso: Tony ist ein Charakter, der eine spannende Reise hat. Oberflächlich definiert er sich nur durchs Tanzen. Er ringt um ein besseres Leben, er will etwas Besonderes. Da kommt ein Stück von mir rein. Ich bin auch in einer Kleinstadt aufgewachsen, hatte das Gefühl, ich muss meinen Traum verwirklichen und bin nach Hamburg gezogen. Ich kenne das Gefühl indem Sinne: vielleicht liegt das große Ganze woanders.

Als Darsteller ist es eine Herausforderung, vor allem stimmlich. Die Lieder sind unfassbar hoch - Bee Gees eben. Dazu kommen die Disco-Moves, das tänzerische. Die Verbindung Geschichte, Musik und Tanz ist sehr besonders. Ich bin nur 12 Minuten nicht auf der Bühne während der Aufführung. 

Wie ist dein Bezug zu John Travolta, dem Hauptdarsteller im Original von 1977?

Diso: John Travolta ist die Ikone schlechthin. In seine Fußstapfen treten zu dürfen ist eine Ehre. Der Unterschied: Wir machen Live-Theater, anders als im Film. Da kann man nicht sagen: Das war jetzt nicht so gut, machen wir es nochmal. Ich habe nur eine Chance, dass der Text, die Töne und die Moves passen

Ich habe kein Lampenfieber, eher ein Gefühl der Freude. Es sind schwierige Zeiten, aber wenn man sich reflektiert, kann man sich andere Ziele stecken. Dann ist die Motivation größer.

Du bist in Deutschland aufgewachsen und lebst jetzt in Wien. Wie ist dein Bezug zum Burgenland?

Diso: Ich habe Freunde im Burgenland, mit denen ich öfter die tollen Heurigen besuche. Für mich vertreten die Burgenländer Werte wie bodenständig, offen und freundlich. Das spiegelt sich auch auf der Bühne in Mörbisch wider, unsere Mitarbeiter senden das aus.

Wurde dir dein musikalisches Talent in die Wiege gelegt?

Diso: Mein Vater ist als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen, er ist begeisterter Boogie Tänzer und macht auch  hobbymäßig Musik. Deshalb lieg lief bei uns im Haus immer Musik. Mein Vater war eine richtige Rampensau. Meine Eltern haben sich sogar in der Disco kennengelernt, auch das passt sehr gut zu Saturday Night Fever.

Wie fühlst du dich nach dem Auftritt?

Diso: Ich bin nach der Show nicht müde, sondern unter Adrenalin. Ich denk mir: ‚Wow, was war das für eine tolle Party‘. Wenn ich gegen zwei Uhr früh zu Hause lande, dann werde ich müde.