Kolumne
Der Ursprung der Schwoimfaunger

Perschys Perspektiven
Obwohl letztgenannte Jahreszeit unserer Landeshauptstadt eh recht gut zu Gesicht steht – ich sage nur Herbstgold –, wollte der Magistrat von Eisenstadt einst den Sommer verlängern und befahl das Einfangen sämtlicher Schwalben, derer man noch habhaft werden konnte vor dem 8. September, denn da ist Maria Geburt und do fliang d’Schweiwerl (Schwälbchen) furt, was der Bevölkerung von Eisenstadt den Spitznamen Schwoimfaunger (Schwalbenfänger) eingebracht hat, eine Ortsneckerei, die keinesfalls gehässig gemeint ist. Gehessig – so heißt ein neues Buch aus der edition lex liszt 12, das auch keinesfalls von Hass getragen, sondern von Michael Hess verfasst wurde.
Der (in alphabetischer Reihenfolge) Dichter, Historiker und Landesbibliothekar geht hier wieder lustvoll seinen Sprach- und Gedankenspielen nach, die uns lachen machen, aber auch dem Nachdenken nützen können. Ob purer Wortwitz oder hinterfotzige Sprachzerlegung, der Dichter Michael Hess hat es jedenfalls faustdick hinter den Ohren. Was ihn immerhin mit Goethe verbindet.
Eine Kolumne von Jakob Perschy