Sport & Bewegung
Ein Abenteuer vor der Haustür: 24 Stunden Burgenland extrem
Es war einst eine TV-Sendung mit Hermann Maier, dem sogenannten „Wettlauf zum Südpol“, der die Faszination nach einer extremen sportlichen Herausforderung in der Natur entfachte und schlussendlich dafür sorgte, dass der Parndorfer und gebürtige Golser Siegfried Pamer beschloss, das „Abenteuer vor der Haustür“, wie er selbst sagt, zu wagen. „Ich habe mir gedacht, ich habe keinen Aufwand, ich fahre einfach nach Oggau, mache dort mit, komme ins Ziel und fahre wieder heim. So etwas vor unserer Haustür musst du wirklich ausnutzen.“
Wie alles begann
2012 – bei der ersten Ausgabe der Tour – habe er erst wenige Tage vorher davon erfahren. Zu knapp für eine Teilnahme. Ab der 2. Ausgabe gab es aber kein Halten mehr für die Seeumrundung mit sagenhaften 120 Kilometern – und das mitten im Winter. „2013 und 2015 haben wir – wir sind eine Gruppe mit vier Leuten – bei der Hälfte, also in Apetlon – aufgehört. Damals hat es geregnet und Regen ist das, was du gar nicht brauchen kannst. Alles andere ist wettertechnisch egal“, erzählt der 56-jährige passionierte Radfahrer und Läufer. „Im November 2019 hatte ich eine OP am Fuß. Da habe ich mir gedacht, die 120 Kilometer kannst du nicht machen. Aber ich wollte nicht unterbrechen und bin deshalb zumindest die halbe Strecke gegangen. All die anderen Jahre haben wir die vollen 120 Kilometer zurückgelegt“, so Pamer.

Zwiebellook statt Thermokleidung
Besonders in Erinnerung sind ihm die Jahre 2015 mit Eiseskälte und so ziemlich allem, was der Winter-Wettergott zu bieten hatte, und die „Corona-Ausgaben“ im Sommer 2021 und 2022. „Der Sommer ist am härtesten, wenn es wirklich heiß ist. Du musst dich gegen die Sonne schützen und viel trinken.“ Im Winter verzichtet der 56-Jährige auf Thermokleidung und Rucksack. Er setzt routiniert auf den Zwiebellook: „T-Shirt, Leiberl, ein Pullover, Softshelljacke und eine Überjacke – mehr ist es nicht.“ Mit dabei hat er Handschuhe, die er meist aber nur in den Händen hält und nicht überzieht. Eine Haube gehört zum Stammequipment, dazu etwas Geld und das Handy, um die persönliche Fangemeinde mit Postings auf dem Laufenden zu halten. Denn zu Hause fiebern Frau, Töchter, Schwiegersöhne, die beiden Enkerl sowie Arbeitskollegen und die Freunde des 1. Laufclubs Parndorf, dem er seit Vereinsgründung Mitte der 1990er Jahre angehört, mit. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mit dabei bin.“
Zwiebellook statt Thermokleidung

Besonders in Erinnerung sind ihm die Jahre 2015 mit Eiseskälte und so ziemlich allem, was der Winter-Wettergott zu bieten hatte, und die „Corona-Ausgaben“ im Sommer 2021 und 2022. „Der Sommer ist am härtesten, wenn es wirklich heiß ist. Du musst dich gegen die Sonne schützen und viel trinken.“ Im Winter verzichtet der 56-Jährige auf Thermokleidung und Rucksack. Er setzt routiniert auf den Zwiebellook: „T-Shirt, Leiberl, ein Pullover, Softshelljacke und eine Überjacke – mehr ist es nicht.“ Mit dabei hat er Handschuhe, die er meist aber nur in den Händen hält und nicht überzieht. Eine Haube gehört zum Stammequipment, dazu etwas Geld und das Handy, um die persönliche Fangemeinde mit Postings auf dem Laufenden zu halten. Denn zu Hause fiebern Frau, Töchter, Schwiegersöhne, die beiden Enkerl sowie Arbeitskollegen und die Freunde des 1. Laufclubs Parndorf, dem er seit Vereinsgründung Mitte der 1990er Jahre angehört, mit. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mit dabei bin.“


Die Stärkung zwischendurch
Von seiner 4-Personen-Burgenland-Extrem-Gruppe sind Pamer und ein Freund jene, die am längsten mit dabei sind. Gemeinsam gehen sie an den Start – und gemeinsam gehen sie auch durchs Ziel. „Das ist unser Ritual – eines von mehreren Ritualen. Nach gut 20 Kilometern reden wir schon über unsere Halbzeit-Pause mit Würstelessen in Apetlon. Dort sitzen wir, essen mit Genuss, trinken einen Radler oder ein Bier und dann gehen wir wieder. Die zweite und zugleich auch letzte Pause gibt es beim Pannoneum in Neusiedl am See. Dort wird immer aufgekocht, was ziemlich lässig ist. Auf diese warme Suppe freust du dich dann schon sehr, weil du nach 90 Kilometern schon richtig ausgekältet bist.“
Die letzten (Kilo-)Meter sind am schwierigsten – auch für die Routiniers: „Wir reden über alles Mögliche, manchmal auch zweimal über das gleiche“, lacht er. Ab Neusiedl nimmt der Gesprächsverlauf deutlich ab. „Da warten wir immer zusammen, falls sich die Wege zwischendurch trennen. Wir motivieren uns gegenseitig. Manchmal glaube ich sogar, ich schlafe beim Gehen ein.“

Legendäres Foto auf der Couch
Geschafft haben es Pamer und seine drei Freunde mit dem regelrechten Fotofinisch in Oggau – nämlich dem legendären Foto auf der Couch: „Wenn du nach 120 Kilometern im Ziel deine Medaille bekommst und dann auf der Couch Platz nimmst, kommst du gar nicht mehr auf, so fertig bist du. Gleichzeitig kommen die Glücksgefühle, es wieder einmal geschafft zu haben. Das ist schon sehr schön. Aber es tut mit einem Schlag auch alles weh.“ Auf dem Weg nach Hause – eine Bekannte übernimmt den Shuttleservice – ist vom kurzen Einnicken bis zum sofortigen Einschlafen in der Truppe alles möglich. Daheim angekommen sind die Emotionen noch so frisch, dass ein sofortiges Schlafengehen allerdings nicht möglich ist. Zu viel gibt es außerdem auch nach so vielen Jahren immer noch zu erzählen.
Legendäres Foto auf der Couch

Geschafft haben es Pamer und seine drei Freunde mit dem regelrechten Fotofinisch in Oggau – nämlich dem legendären Foto auf der Couch: „Wenn du nach 120 Kilometern im Ziel deine Medaille bekommst und dann auf der Couch Platz nimmst, kommst du gar nicht mehr auf, so fertig bist du. Gleichzeitig kommen die Glücksgefühle, es wieder einmal geschafft zu haben. Das ist schon sehr schön. Aber es tut mit einem Schlag auch alles weh.“ Auf dem Weg nach Hause – eine Bekannte übernimmt den Shuttleservice – ist vom kurzen Einnicken bis zum sofortigen Einschlafen in der Truppe alles möglich. Daheim angekommen sind die Emotionen noch so frisch, dass ein sofortiges Schlafengehen allerdings nicht möglich ist. Zu viel gibt es außerdem auch nach so vielen Jahren immer noch zu erzählen.
Nach der am Freitag gestarteten 120-Kilometer-Extrem-Tour sitzt Pamer übrigens am Montag wieder relativ frisch und munter im Büro. „Da gibt es keine Wehwehchen oder Krankenstand.“ Bei ihm ist sogar eher das Gegenteil der Fall: „Am selben Wochenende fand heuer ein Lauf, an dem wir als Laufclub immer teilnehmen statt. Es sind nur sieben Kilometer, aber ich habe ihn dennoch ausgelassen. Eine Woche später wär‘s schon wieder gegangen“, lacht er.
Sein Tipp für potenzielle künftige Teilnehmer: „Am besten ein halbes Jahr vorher mit dem Training beginnen und kontinuierlich steigern, bis man 50 bis 60 Kilometer lange Strecken schafft. Die sollte man einige Male davor gehen. Beim Equipment sind das A und O gut eingegangene Schuhe. Außerdem rate ich, auf das eigene Kälteempfinden zu achten und einfach dran zu denken, dass jedes Kilo mehr an Gepäck mit der Zeit immer schwerer wird. Ich selbst gehe im Vorfeld zweimal von zu Hause in Parndorf nach Schützen, einmal nach Donnerskirchen und einmal nach Eisenstadt. Dort kann ich bequem in den Zug einsteigen und einfach wieder nach Hause fahren.“





