Soziales
Mehr Platz für Selbsthilfe-Werkstätte
Der Geruch von Sägespänen liegt auch an diesem Morgen in der Luft, doch in der Selbsthilfe-Werkstätte (SHW) in Stadtschlaining ist vieles anders als gewohnt. Wo sonst Maschinen surren und Werkstücke entstehen, wird derzeit verpackt, beschriftet und organisiert: Der Umzug hat begonnen. Zwischen halb geleerten Regalen, Werkzeugkisten und sorgfältig markierten Maschinen ist der Aufbruch deutlich spürbar. „Wir übersiedeln Schritt für Schritt“, sagt ein Mitarbeiter, während er Arbeitsmaterial sortiert. Während der Übersiedelung ruht die Produktion. Normalerweise entstehen in der gemeinnützigen Behindertenwerkstätte hochwertige Möbel und Ausstattungselemente für Kliniken, Pflegeeinrichtungen und öffentliche Gebäude.

Altes Gebäude stößt an Grenzen
Notwendig wurde der Standortwechsel aus mehreren Gründen. Die Werkstätte in Stadtschlaining stößt seit Längerem an ihre Grenzen. Die Räumlichkeiten sind in die Jahre gekommen, der Platz reicht für die steigenden Anforderungen nicht mehr aus. Gleichzeitig eröffnet der neue Standort in Großpetersdorf deutlich effizientere Produktionsmöglichkeiten. Größere Flächen, moderne Abläufe und eine bessere Anordnung der Arbeitsplätze schaffen optimale Bedingungen für die tägliche Arbeit des Teams.
In der ehemaligen Betriebsstätte der Firma Elkay Interior Systems Europe GmbH entsteht nun die neue Heimat der SHW. Auch dort laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. „Der große Vorteil ist, dass die Halle bereits voll ausgestattet ist“, erklärt Johannes Zsifkovits, Geschäftsführer der Sozialen Dienste Burgenland. Das ermögliche eine strukturierte und gut vorbereitete Übersiedelung.
Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung
Der Umzug ist zugleich ein klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit. Durch die Nutzung einer bestehenden Betriebsstätte wird Leerstand reduziert und zusätzliche Bodenversiegelung vermieden. Bestehende Infrastruktur wird sinnvoll weiterverwendet. Im Mittelpunkt steht jedoch die soziale Verantwortung. Mit den zusätzlichen Kapazitäten sollen neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen geschaffen werden. Als ersten Schritt werden drei Personen gemäß Behinderteneinstellungsgesetz aufgenommen.
Langfristig soll der Anteil von Mitarbeitenden in Teilqualifikation weiter steigen.
