Bildung

Vom Verstehen in die Kompetenz

Kompetent, Gebildet, Umsetzungsstark: Burgenlands Schülerinnen und Schüler lassen ein großartiges Schuljahr hinter sich. Bildungsdirektor Alfred Lehner erklärt im Interview die Gründe für das beeindruckende Abschneiden der jungen Burgenländerinnen und Burgenländer bei der individuellen Kompetenzmessung.

Bildungsdirektor Alfred Lehner mit Redakteur Martin Hollweck im Interview

Unsere Schülerinnen und Schüler haben bei bundesweiten Testungen hervorragend abgeschnitten. Worauf führen Sie dieses Ergebnis zurück? 

Lehner: Wir sind in der Aufarbeitung der Ergebnisse, was aber jetzt schon auffällt: Wie deutlich der Abstand zu den anderen Bundesländern ist. Die Gründe für diesen Erfolg sind vielseitig. Im Burgenland herrscht der politische Wille, dass unsere Kinder eine sehr gute schulische Ausbildung bekommen. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat in diesem Bereich Akzente gesetzt, die sich in diesen Ergebnissen niederschlagen. 

Wo sehen Sie das burgenländische Schulsystem im österreichweiten Vergleich besonders stark? 

Lehner: Es ist ein Mix aus verschiedenen Faktoren: Forschungen haben gezeigt, wie wichtig Bewegung für die kognitive Entwicklung von Kindern ist. Als einziges Bundesland haben wir seit zehn Jahren die tägliche Bewegungseinheit in den Volksschulen. Sie fördert vor allem das mathematische Denken. Generell sind drei Schritte für den Lernerfolg wichtig: Erstens das Faktenwissen, das Verstehen ist der zweite Schritt und Kompetenz daraus zu machen ein dritter. Und diese Formel muss in der Lernkultur Platz finden. Schüler sollen nicht nur Wissen vermittelt bekommen, sondern die Inhalte auch verstehen. Das ist unser Ansatz. 

Um im Schuljargon zu bleiben: Worin bestehen die zukünftigen Hauptaufgaben? 

Lehner: Im Fördern des Demokratiebewusstseins, in der Nachhaltigkeit und im Umgang mit der Künstlichen Intelligenz. Und: der individuelle Zugang zu jedem Kind ist enorm wichtig.  

Danke für das Gespräch!

Info: Die individuelle Kompetenzmessung PLUS ist ein Instrument zur Erfassung von Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Die Messung findet in der 4. Schulstufe in der Volksschule und in der 8. Schulstufe der Mittelschule und der AHS statt. 
Die burgenländischen Teilnehmenden der 4. Schulstufe erzielten in den Bereichen Mathematik, Lesen, Zuhören und Verfassen von Texten Ergebnisse, die nicht nur weit über dem bundesweiten Durchschnitt liegen, sondern auch die statistischen Erwartungswerte deutlich übertreffen.