Kultur

Vor 95 Jahren: Als ein Zeppelin über Eisenstadt schwebte

Eisenstadt, 12. Juli 1931. Kurz nach sieben Uhr früh richteten sich in Eisenstadt zahlreiche Blicke zum Himmel. Über der Stadt erschien das imposante Luftschiff „Graf Zeppelin“

Das Foto vom Eisenstädter Dom aus zeigt das Luftschiff, auf der Straße winken Kinder.
Das Foto vom Eisenstädter Dom aus zeigt das Luftschiff, auf der Straße winken Kinder. © Burgenländisches Landesarchiv

Die Überfahrt von LZ 127 im Juli 1931 war kein Zufall: Zeppelin-Kommandant Dr. Hugo Eckener ließ das Luftschiff zu Ehren Joseph Haydns eigens eine Runde über Eisenstadt
drehen. Die Historikerin Dr. Brigitte Krizsanits hat jenen spektakulären Flug detailliert recherchiert: „Zeitzeugen erinnerten sich Jahrzehnte später noch beeindruckt an diesen Morgen. Der Moment war so außergewöhnlich, dass er sich tief ins Gedächtnis eingeprägt hat.“ Ziel jener Reise am 12. Juli 1931 war Wien. Gestartet wurde um 00:04 mit 25 Fahrgästen, 400 Kilogramm Handgepäck und ebenso viel Proviant an Bord in Friedrichshafen. Auch 61 Kilogramm Post hatte das Luftschiff geladen. Um 1.57 Uhr fuhr die LZ 127 über München und um 3.55 Uhr über Linz. Aufgrund des starken Rückenwinds, der die Fahrt beschleunigte, war das Luftschiff um halb sechs zum ersten Mal über Wien zu sehen. Da die Landung  erst für 8.30 Uhr vorgesehen war, zog es eine Schleife um die Bundeshauptstadt und drehte dann über Pressburg und Eisenstadt seine Runde zurück nach Wien. Um 8 Uhr erreichte es planmäßig den Luftraum der Bundeshauptstadt, in Wien-Aspern warteten über 100.000 Menschen auf die Landung. Für die Menschen damals war der Anblick des riesigen, silbrig glänzenden Luftschiffs ein außergewöhnliches Ereignis.

Weinspende als Dank

Die Fahrt des Zeppelins über das Burgenland war eine kleine Sensation und die Burgenländer bedankten sich in landestypischer Manier. Bei der Landung in Wien wurde eine Kiste 
mit Ruster und Eisenberger Wein übergeben. „Als Dank dafür warf die Besatzung dann einen Fallschirm in den Landesfarben ab – allerdings über Baden, da der Zeppelin auf der Rückfahrt das Burgenland nicht mehr überquerte“, berichtet Dr. Krizsanits.


Den Fallschirm gibt es immer noch, er ist auf der Friedensburg Schlaining im Rahmen der Ausstellung „Burgenland ab 1921“ zu besichtigen.