Kolumne
Ghupft wie ghatscht

Ghupft wie ghatscht
Ich denke hier öffentlich über Verkehrsthemen nach. Und wie das bei Verkehrsthemen so ist, wenn man länger drüber nachdenkt, landet man am Ende bei den Öffentlichen. Oder bei anderen Mobilitätsformen, die gemeinhin als nachhaltig gelten. Radfahren und zu Fuß gehen etwa.
Ich bin jetzt über 50. Und ich gehe es langsamer an. Mein letzter Hoppserlauf ist so lange her, dass ich mich daran nicht mehr erinnere. Er geht mir aber auch nicht ab. Ich würd mir gach eh nur was zerren und dann umahumpeln. Von ghupft zu ghatscht wäre das dann.
„Ghupft wie ghatscht“, sagt die alte Frau Hilde gern. Ihr Mann, der Herr Konrad hingegen weiß seit jeher, dass er lieber schlecht fährt, als er gut geht. Und wenn Sie mich jetzt nicht verraten, dann verrate ich ihnen, er ist sogar sehr schlecht gefahren. Damit ist es ihm aber erstaunlich gut gegangen. Bis halt wirklich nicht mehr gegangen ist und er das Auto nun für immer stehen lassen musste.
Für die paar Meter zu seinem Stammbeisl hat er sich jetzt einen elektrisch angetriebenen Dreiradler gekauft. Dreiradler oder Auto, sei in dem Fall jetzt „ghupft wie ghatscht“, sagt die Hilde, weil mehr daheim als vorher ist er jetzt auch nicht.
Für weitere Strecken nimmt er nun den Bus. Und da geht es ihm wie mir. In den Öffis ist er jetzt der Neue. Obwohl er eigentlich der Alte ist.
Eine Kolumne von Guido Gluschitsch