Kolumne
Klimakrise trifft E-Auto

Schulterblick
Ein Elektroauto, das sogar mit meinem Wischtelefon verbunden ist. Ich weiß dauernd, wo der Kübel steht oder fährt, wie viel Strom drinnen ist, Reifendruck, Kilometerstand… Grad, dass ich den Radiosender nicht ferngsteuert ändern kann. Und das Beste: Ich kann das Auto so vorklimatisieren.
Beim E-Auto geht, was beim Verbrennungsmotor zu Recht verboten ist; die Kraxn am Stand laufen lassen, wegen der Klimaanlage. Ja, sehma dieser Tage trotzdem dauernd. Tu es nicht!
Ich aber: Telefon. Auto-App. Temperatur: 22 Gräder. „Klimaanlage für 10 Minuten aktiviert“. Perfekt. Noch schnell die Zähne putzen. Anpatzt. Umziehen. Da passen die Schuh nicht dazu. Die wechseln. Ah, die Katze. Schnell füttern. Noch aufs Klo? Sicher ist sicher. Die Würgegeräusche während des Händewaschens kommen aus der eben gefütterten Katze. Das eben gefütterte Futter auch. Gach schauen, ob mit der Katz alles in Ordnung ist. Das Gspiebene wegwischen. Wäh. Anpatzt. Umziehen. Der Katz ein neues Schüsserl hinstellen. Arme Miez… Als ich die Tür zu sperre, sind 20 Minuten um. Die Klimaanlage des Autos hat sich wieder abgestellt. In der Kraxen hat es über 50 Grad. Der Kunstledersitz ist brenn heiß. Beim Losfahren mache ich alle Fenster auf, damit die Hitz rausgeht. Wie damals, im Taunus, ohne Klimaanlage.
Eine Kolumne von Guido Gluschitsch
Foto: © Maria Hollunder