Kultur
Wo die Federn fliegen
„Ich muss gleich mit einer Entschuldigung beginnen... an alle Rapid-Fans. Ich verspreche: Die nächste Bühne wird grün sein!“ Mit diesen Worten brachte Generalintendant Alfons Haider das Publikum wie gewohnt gleich bei der Begrüßung zum Schmunzeln. Heuer steht er sogar selbst in einer Doppelrolle auf der Bühne. Eine Bühne, die nicht mit mehr Liebe hätte umgesetzt werden können. Und Liebe war sowieso das Zentrum des ganzen Abends.
Willkommen in Saint-Tropez
Mit „Ein Käfig voller Narren – La Cage aux Folles" holten die Seefestspiele heuer einen schillernden Nachtclub an der Côte d'Azur ins Burgenland. Clubbesitzer Georges (Mark Seibert) und sein Lebenspartner Albin (Alfons Haider), als Dragqueen Zaza der Star des Nachtclubs „La Cage aux Folles", stürzen ins Chaos, als ihr Sohn die Tochter eines erzkonservativen Politikers heiraten will. Dass man sich dabei tatsächlich an die Côte d'Azur versetzt fühlt, ist Bühnenbildner Walter Vogelweider zu verdanken, der eine farbenfrohe, schillernde Kulisse voller guter Laune an den See gezaubert hat. Man möchte am liebsten selbst einen Cocktail an der Riviera bestellen – der Festspiel-Spritzer in der Pause ist aber auch zu empfehlen.

Kostüme, die man gerne selbst tragen würde
Ein eigenes Loblied verdienen die Kostüme: Federn, Pailletten, Tutus – das gesamte Ensemble ist eine Show für sich! Besonders beeindruckend sind Haiders zahlreiche Outfitwechsel. Kaum von der Bühne verschwunden, steht er in komplett neuer Garnitur samt Perücke wieder im Scheinwerferlicht. Wie das logistisch funktioniert, weiß nur das Garderoben-Team, das hinter den Kulissen Hochleistungssport betreibt.


Tanz die Toleranz
Auch musikalisch lässt der Abend keine Wünsche offen: Die Lieder gehen sofort ins Ohr, die Choreografien direkt in die Beine. Es wird gewirbelt, gesteppt und gestrahlt, dass die ganze Seebühne bebt. Seibert überzeugt als sympathischer, stimmgewaltiger Georges, Haider liefert als Zaza mit seinem großen Solo "Ich bin, was ich bin" den Gänsehautmoment des Abends. Denn bei allem Glamour ist eines klar: Die Botschaft von Toleranz und Selbstbestimmung hat bis heute nichts an Aktualität verloren.
Narrenfreiheit bis 22. August
Wer sich selbst in den Glitzerrausch stürzen möchte: Gespielt wird noch bis 22. August. Ein Besuch lohnt sich – auch für Rapid-Fans.
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