Lässig leben

Match Point Burgenland

Ein Gespräch mit Dominic Thiem im Boutiquehotel „NILS am See“ in Weiden am See  

Dominic Thiem am Neusiedler See mit Hund Pipo
Ruhepol am Neusiedler See: Der Mentor der Thiem Academy Burgenland verbringt entspannte Stunden mit seinem Hund “Pipo”

Vom Tennisstar zum Mentor, Unternehmer und überzeugten Burgenland-Fan: Dominic Thiem hat die größten Tennisarenen der Welt erlebt. Doch Kraft tankt der US-Open-Sieger nicht in New York, Paris oder Melbourne – sondern am Neusiedler See. Im Gespräch mit „Mein Burgenland“ erzählt er, warum die Region für ihn Heimatgefühl bedeutet, welche Werte ihm heute wichtig sind und weshalb er jungen Menschen mehr mitgeben möchte als nur den perfekten Aufschlag.  

Es gibt Orte, die verändern sich nie – und doch sehen sie jeden Tag anders aus. Für Dominic Thiem ist der Neusiedler See genauso ein Ort. Wer ihn heute trifft, erlebt keinen ehemaligen Spitzensportler, der vergangenen Erfolgen nachtrauert. Vielmehr spricht hier ein Mensch, der bewusst entschleunigt hat und genau weiß, wo er neue Energie findet. 

„Wenn ich am See sitze, ist das einfach ein super Gefühl. Der See hat jeden Tag eine andere Stimmung. Egal zu welcher Jahreszeit – der Blick darauf bringt mich einfach runter“, beschreibt Thiem seinen persönlichen Kraftplatz. Selbst nach langen Reisen über mehrere Kontinente zog es ihn immer wieder hierher. Daher hat er auch ein Haus hier am See. Nach einem Turnier in Australien etwa spazierte er frühmorgens mit seinem Hund bei nur drei Grad am See entlang. „Da sitzt man eingepackt am Ufer – und trotzdem fühlt man sich sofort angekommen.“ 

Eine Verbindung ins Burgenland, die lange vor seiner Geburt begann 

Die Beziehung zum Burgenland reicht bei Familie Thiem weit zurück. Schon sein Großvater väterlicherseits war Präsident des burgenländischen Skiverbandes. Dominic selbst wuchs unweit der burgenländischen Grenze auf und verbrachte schon als Kind viel Zeit an den Seen. 

Wenn er das Burgenland mit drei Begriffen beschreiben soll, überlegt er nicht lange und nennt spontan: „Neusiedler See, Sonne und Urlaubsfeeling.“ Besonders der See sei für ihn ein weltweit einzigartiger Ort, den er bis heute mit tiefer Verbundenheit erlebt.  
Auch die regionalen Spezialitäten gehören für ihn zum Heimatgefühl. Erdbeeren aus Wiesen oder die berühmten Leithaberg-Kirschen landen jedes Jahr in seinem Gefrierschrank.  

Der Traum vom Tennisprofi   

Dass Dominic Thiem einmal Tennisprofi werden würde, war keineswegs von Anfang an selbstverständlich. Zwar stand er schon als kleiner Bub täglich auf dem Tennisplatz, doch zunächst einfach deshalb, weil ihm das Spiel Freude machte. 

Der entscheidende Wendepunkt kam mit elf Jahren. Damals begann er internationale Turniere zu spielen. Gemeinsam mit seinen Eltern und seinem Trainer stand eine wichtige Entscheidung an: Tennis als Hobby – oder der konsequente Weg Richtung Profisport? 

„Ich wollte den hundertprozentigen Weg gehen“, erinnert sich Thiem. Von diesem Moment an wurde das Training intensiver, strukturierter und zielgerichteter – mit bekanntem Ergebnis: Jahre später gehörte er zur Weltspitze des Tennissports, sogar zur Nummer 3 der Weltrangliste. 

Wissen weitergeben statt selbst Trainer sein 

Heute schlägt Dominic Thiem ein neues Kapitel auf. Mit der Thiem Academy Burgenland möchte er jungen Talenten Chancen eröffnen – allerdings nicht nur sportlich. 

Natürlich sei das Ziel, erfolgreiche Spielerinnen und Spieler auszubilden. Ebenso wichtig sei ihm jedoch die Vermittlung von Werten. Disziplin, Durchhaltevermögen und Respekt seien Eigenschaften, die weit über den Sport hinaus Bedeutung hätten. 

„Auch wenn nicht jeder den Sprung an die Weltspitze schafft, profitiert jeder von diesem Weg fürs ganze Leben“, ist Thiem überzeugt.  

Seine Rolle sieht er dabei bewusst nicht als Trainer. Vielmehr möchte er Mentor sein, Erfahrungen teilen und jungen Menschen bei wichtigen Entscheidungen zur Seite stehen. Sein internationales Netzwerk könne dabei ebenso hilfreich sein wie seine eigenen Erfahrungen aus über einem Jahrzehnt auf der Profitour. 

Nachhaltigkeit als Herzensanliegen 

Neben der Akademie beschäftigt sich Dominic Thiem intensiv mit nachhaltigen Projekten. Dass ihm Umwelt- und Naturschutz am Herzen liegen, kommt nicht von ungefähr. 

Er wuchs mitten im Grünen auf, mit Tieren und engem Bezug zur Natur. Diese Kindheit prägt ihn bis heute. „Ich glaube, wir alle müssen unseren Teil dazu beitragen, dass diese wunderschönen Orte auch so erhalten bleiben“, sagt er. Gerade Regionen wie das Burgenland seien wichtige Rückzugsorte in einer immer hektischeren Welt. Deshalb trage jeder Verantwortung dafür, diese Landschaften auch für kommende Generationen zu bewahren.  

Ein Stück Heimat 

Wer Dominic Thiem zuhört, merkt schnell: Der Neusiedler See ist für ihn weit mehr als eine schöne Kulisse. Er ist Rückzugsort, Kraftquelle und Heimat zugleich. 

Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis des Burgenlands – in dieser besonderen Mischung aus Weite, Gelassenheit und Natur. Eigenschaften, die Besucherinnen und Besucher spüren und wegen derer sie immer wieder zurückkehren.  

Oder, wie Dominic Thiem es selbst auf den Punkt bringt: 

„Die Menschen kommen hierher, um runterzukommen. Diese ruhige Energie spürt man einfach – und genau deshalb ist das Burgenland so besonders.“ 

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