Genuss

Thunfisch-Carpaccio von Maurizios Fischhalle in Eisenstadt

Es riecht nach Meer und Kaffee. Durch die schmale Josef Stanislaus Albach-Gasse in der Fußgängerzone in Eisenstadt weht ein leichtes Lüfterl. Ein Hund zerrt an der Leine, an deren anderen Ende eine Frau mit Sonnenbrillen und Sommerkleid schlendert. Ein Mann trägt frischen Fisch, der eben erst aus Italien gekommen ist, ins einzige Lokal in der Gasse. Hinten, bei der Kirche, fährt eine Vespa vorbei. Aus dem Lokal, vor dem wir mit einem Glas Wein sitzen, dringen italienische Wortfetzen. Ein Besuch bei Maurizio in seiner Fischhalle in Eisenstadt ist ein Kurzurlaub.

Lassen Sie sich vom Namen nicht verwirren; was Halle heißt, ist ein uriges, kleines Lokal, wie es auch in einem abgelegenen Viertel in Rom zu finden sein könnte, von wo Maurizio stammt. 2000 ist er nach Österreich gekommen und nach ein paar Jahren in Wien hat er in Eisenstadt sein Fischrestaurant aufgemacht.

Die Karte findet man auf einer Tafel, die meist an der Mauer gegenüber vom Lokal steht. Am besten fragt man aber ohnedies Maurizio, was er empfiehlt. Allgemein empfiehlt sich: Rechtzeitig reservieren. Denn Geheimtipp ist Maurizio keiner mehr. 

Maurizios Fischhalle

Thunfisch-Carpaccio

ZUTATEN

  • Thunfisch
  • Salz
  • Zitronenpfeffer
  • Basilikum
  • Rucola
  • Cocktailtomaten
  • Olivenöl
  • Stracciatella
  • Zitronensaft

ZUBEREITUNG

Dieses Rezept ist fernab vom großen Brimborium in der Küche. Es besticht, wie die meisten Speisen bei Maurizio, durch die Qualität der Zutaten. Der fein geschnittene Thunfisch ist ein ganz frisch gefangener Gelbflossen-Thun aus dem Mittelmeer, der Minus 18 Grad kalt ist, wenn er ins Lokal kommt. Die dünnen Scheiben legt man auf einem flachen Teller aus, würzt mit frischen Kräutern, Salz – und Maurizio verwendet Zitronenpfeffer von der Côte d’Azur. Dazu gibt es halbierte Cocktailtomaten und Tupfen einer Stracciatella, die Maurizio aus der Region Apulien kommen lässt. Garniert wird mit einer Zitronenspalte, abgeschmeckt mit Olivenöl und etwas Zitronensaft.

So unaufgeregt und köstlich wie das Carpaccio, ist auch, was Maurizio als Beilage reicht: Überbackene Semmelscheiben, die mit selbst angesetztem Knoblauchöl beträufelt werden. „Ich verwende die Semmeln von Altdorfer, nur wenige Schritte von hier“, erklärt Maurizio und verrät, dass auch das Öl eine Besonderheit ist. „Fein gehackter Knoblauch, Thymian, Rosmarin und ganz wenig Chili lege ich in Olivenöl ein. Der Knoblauch setzt sich am Boden ab und wir verwenden das klare Öl, mit dem feinen Geschmack des Knoblauchs und der Kräuter.“